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Fairer Handel 2018-09-20T20:10:29+00:00

Fairer Handel – was ist das?

Eine rechtsverbindliche Definition, was Fairer Handel ist, gibt es nicht, wohl aber ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten, was er sein will: das Gegenteil des im wahrsten Sinne des Wortes herrschenden Welthandels. Dieser Welthandel diktiert die Preise, zwingt den schwächsten Teilnehmern seine Regeln auf und verhindert, dass sie von fremder Hilfe unabhängig werden und sich auf dem Weltmarkt behaupten können.

Der Faire Handel dagegen will:

  • benachteiligten Produzenten Chancen auf dem Weltmarkt eröffnen
  • durch faire Preise und langfristige Lieferverträge deren Existenz sichern
  • die Qualifikation der Produzenten und damit ihre Eigenständigkeit fördern
  • transparente, respektvolle und solidarische Geschäftsbeziehungen pflegen
  • Zwangs- und Kinderarbeit ausschließen
  • sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen garantieren
  • verantwortungsvoll mit der Umwelt und ihren Ressourcen umgehen

Die 10 Ziele des Fairen Handels der Welt-Fairhandels-Organisation,
Quelle: eza.cc/grundsaetze-des-fairen-handels (Abruf: 08/2018)

Fairer Schmuck – 10 Grundsätze der WFTO

Doch der Faire Handel hat auch Kritiker.

Sie bemängeln zum Beispiel:

  • Der Begriff „Fairer Handel“ ist nicht gesetzlich definiert. Jede Organisation legt ihre Kriterien und Kontrollen selbst fest. Diese Vielfalt verwirrt den Verbraucher und ist anfällig für Tricksereien.
  • Die Preisgestaltung ist nicht transparent. An den höheren Preisen fair gehandelter Produkte ist nicht abzulesen, wie viel vom enthaltenen Aufschlag bei den Produzenten wirklich ankommt.
  • Der Mindestanteil fairer Zutaten an Mischprodukten (z. B. Schokolade) mit Fairtrade-Siegel beträgt nur 20 Prozent (gemäß Fairtrade International). Deshalb können faire Produkte aus bis zu 80 Prozent „normalen“ Inhaltsstoffen bestehen.

Fest steht: Fairer Handel geht noch besser.

Fest steht aber auch:

Der Welthandel in seiner jetzigen Form ist zutiefst ungerecht und der Faire Handel ein guter Weg, das zu ändern. Jeder Verbraucher, der kritisch fragt, woher ein Produkt kommt und unter welchen Bedingungen es produziert und gehandelt wurde, trägt dazu bei. Wie?

Durch das Prinzip von Angebot und Nachfrage: Das Angebot schafft Nachfrage. Aber die Nachfrage schafft auch Angebot. Wenn sich die Nachfrage ändert, weil immer mehr Verbraucher kritisch nachfragen und kritisch handeln, wird sich auch das Angebot ändern. Ein Anfang ist ja gemacht.