Fair Trade – Fairer Handel
Was ist das eigentlich?

Eine rechtsverbindliche Definition, was Fairer Handel ist, gibt es nicht. Aber sehr wohl ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten, was er sein will: das Gegenteil des herrschenden Welthandels. Und herrschend ist hier durchaus wörtlich zu verstehen.

Dieser Welthandel diktiert die Preise und zwingt den schwächeren Marktteilnehmern die Regeln der großen Konzerne auf. So verhindern diese, dass sich kleine Produzenten und Händler in ärmeren Ländern auf dem Weltmarkt behaupten können und von fremder Hilfe unabhängig werden. Chancengleichheit sieht anders aus.

Fairer Handel dagegen will:

  • benachteiligten Produzenten Chancen auf dem Weltmarkt eröffnen
  • durch faire Preise und langfristige Lieferverträge deren Existenz sichern
  • die Qualifikation der Produzenten und damit ihre Eigenständigkeit fördern
  • transparente, respektvolle und solidarische Geschäftsbeziehungen pflegen
  • Zwangs- und Kinderarbeit ausschließen
  • sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen garantieren
  • verantwortungsvoll mit der Umwelt und ihren Ressourcen umgehen

Die 10 Ziele des Fairen Handels der Welt-Fairhandels-Organisation,
Quelle: EZA Fairer Handel (Abruf: 08/2018)

Fairer Handel

Fairer Handel hat jedoch auch Kritiker:

Sie bemängeln zum Beispiel:

  • Der Begriff „Fairer Handel“ ist nicht gesetzlich definiert. Folglich kann jede Organisation ihre Kriterien und Kontrollen selbst festlegen. Diese Vielfalt verwirrt den Verbraucher und ist anfällig für Tricksereien.
  • Die Preisgestaltung ist nicht transparent. Deshalb ist an den höheren Preisen fair gehandelter Produkte nicht abzulesen, wie viel vom enthaltenen Aufschlag bei den Produzenten wirklich ankommt.
  • Der Mindestanteil fairer Zutaten an Mischprodukten (z. B. Schokolade) mit Fairtrade-Siegel beträgt nur 20 Prozent (gemäß Fairtrade International). Deshalb können faire Produkte aus bis zu 80 Prozent „normalen“ Inhaltsstoffen bestehen.

Fest steht: Fairer Handel geht noch besser.

Fest steht aber auch:

Der Welthandel in seiner jetzigen Form ist zutiefst ungerecht. Und der Faire Handel ist ein guter Weg, das zu ändern. Denn jeder kritische Verbraucher, der nachfragt, woher ein Produkt kommt und unter welchen Bedingungen es produziert und gehandelt wurde, trägt dazu bei. Wie?

Durch das Prinzip von Angebot und Nachfrage: Das Angebot schafft Nachfrage. Aber die Nachfrage schafft auch Angebot. Wenn sich die Nachfrage ändert, weil mehr Verbraucher kritisch fragen und handeln, ändert sich auch das Angebot. Sie sind hier. Ein Anfang ist also gemacht.