Philosophie – so seh‘ ich das

Die Frage, wie ich zum Fairen Handel beitragen kann, beantworte ich pragmatisch mit: „Der Zweck heiligt die Mittel“. Mein Zweck ist klar, das Mittel Schmuck jedoch eher ein Exot im Fairhandels-Sortiment und daher wert, genauer betrachtet zu werden.

Wollte ich ausschließlich Materialien mit Fairhandels-Siegel zu Schmuck verarbeiten, wären meine gestalterischen Möglichkeiten begrenzt, denn nicht für alle Komponenten finden sich faire Quellen auf dem Markt. Deshalb kombiniere ich Perlen und Zubehör aus fairem und aus gewöhnlichem Handel und kennzeichne, was aus dem Fairen Handel stammt – ein Weg, der sicher vielen Käufern von Bio-Produkten vertraut ist.

Außerdem gibt es Werkstoffe aus Quellen, die zwar kein Fairhandels-Siegel tragen, aber durchaus als „fair“ bezeichnet werden können. Im Einzelfall helfen persönliche Kontakte bei der Einschätzung, welcher Geschäftspartner glaubwürdig Faires und fair handelt, auch wenn er kein Siegel führt. Ein schönes Beispiel dafür, dass faires Handeln auch ohne Siegel geht, ist die Firma Südwind – Perlen aus Afrika, deren Inhaberin erzählt: Von der Flasche zur Perle .

Für den weit überwiegenden Teil meiner Rohmaterialien und Handelsware gilt: Für die Gewinnung oder Produktion in ärmeren Weltregionen werden die Produzenten angemessen bezahlt und weder Mensch noch Natur ausgebeutet. Diesem Anspruch gerecht werden – auch ohne „Fairhandels-Brief und -Siegel“ – Tagua-Kugeln, die dem Regenwald und seinen Bewohnern nutzen, afrikanische Papier- und Glasperlen aus recyceltem Abfall oder zierliche Silberelemente, die soziale Randgruppen in Thailand schmieden, um nur einige zu nennen.