Portrait – wie alles begann

Am Anfang war der Stein; seine vielfältige Erscheinung, sein Formenreichtum, das Rätsel seiner Entstehung – spannender als jeder Schatz im Silbersee. Schon als Kind hätte ich soo gern Kieselsteine mit Löchern gehabt, um daraus schöne Ketten zu machen.

Jahrzehnte vergingen. Beruflich lange damit befasst, dass viele Menschen im Globalen Norden fast alles haben und zu viele im Globalen Süden fast nichts, beschloss ich schließlich, etwas dagegen zu tun – mit Schmuck aus Perlen, die wie Kieselsteine umweltneutral gewonnen und, ebenso wichtig, zu fairen Konditionen gehandelt werden:

Steinnussperlen, zum Beispiel, und Samen aus dem Amazonas-Regenwald; Fair-Trade-Perlen aus madagassischem Rinderhorn oder knallbunte Kunststoff-, Papier- und Glasperlen afrikanischen Ursprungs, die aus Abfall recycelt werden.

Und so steht mein Label steinfarben heute für öko-fairen Perlenschmuck – Schmuck mit Ecken, Kanten und Kontrasten, aus einem unorthodoxen Materialmix, in starken Farben. Für die handgefertigten Perlen aus Tagua, Horn, Stein, Glas und Keramik gilt: Bei ihrer Herstellung, vor allem in ärmeren Weltregionen, sollen Arbeiter und Kleinproduzenten gerecht bezahlt und weder Mensch noch Natur ausgebeutet werden.

Technisch Autodidaktin, verarbeite ich Furnituren und Schmuckteile aus Edelstahl und Silber, die, anders als die anderen Perlen, noch nicht im Fairen Handel zu bekommen sind, den besonderen Charakter meiner Materialien jedoch wunderbar unterstreichen.

Letztlich erfüllt auch eine Kombination aus fair und nicht fair gehandelten Elementen den Zweck, den ich – außer zu schmücken – mit meiner Arbeit verfolge: Ich möchte zeigen, dass es sich gut anfühlt und gut aussieht, individuelle, ausdrucksstarke Schmuckstücke zu tragen, die die Potenziale der Menschen und der Natur nutzen, ohne sie zu verletzen.