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Portrait 2018-07-08T15:34:53+00:00

Portrait – wie alles begann

Am Anfang war der Stein: seine vielen Gesichter, das Rätsel seiner Entstehung – spannender als jeder Schatz im Silbersee. Schon als Kind hätte ich zu gern Kieselsteine mit Löchern zum Auffädeln gehabt.

Jahrzehnte später. Beruflich lange damit befasst, dass im Globalen Norden viele fast alles haben und im Globalen Süden zu viele fast nichts, beschloss ich irgendwann, dieses Ungleichgewicht zu meinem Thema zu machen: mit Schmuck aus Perlen, die – wie Kieselsteine – ohne die Umwelt zu schädigen gewonnen und unter fairen Bedingungen gehandelt werden. Das trifft zum Beispiel auf Steinnussperlen und Samen aus Südamerika zu; auf Perlen aus madagassischem Rinderhorn oder auf knallbunte Kunststoff-, Papier- und Glasperlen afrikanischen Ursprungs, aus Abfall recycelt.

Heute steht steinfarben für öko-fairen Perlenschmuck – Schmuck mit Ecken, Kanten und Kontrasten, aus einem unorthodoxen Materialmix und in starken Farben. Für die handgefertigten Perlen aus Tagua, Horn, Stein, Glas und Keramik gilt: Bei ihrer Herstellung, gerade in wirtschaftlich schwächeren Weltregionen, sollen Arbeiter und Kleinproduzenten gerecht bezahlt und weder Mensch noch Natur ausgebeutet werden.

Ich verarbeite auch Furnituren und Schmuckteile aus Messing, Edelstahl und Silber, die nicht im Fairen Handel erhältlich sind, aber den Charakter meiner Materialien ergänzen und hervorheben. In meinen Augen erfüllt auch eine Kombination aus fair und nicht fair gehandelten Elementen den Zweck, den ich mit meiner Arbeit verfolge: Ich möchte zeigen, dass es gut aussieht und sich gut anfühlt, individuelle, ausdrucksstarke Schmuckstücke zu tragen, die die Möglichkeiten von Mensch und Natur nutzen, ohne sie zu verletzen.