Portrait – wie alles begann

Am Anfang war der Stein; sein Formenreichtum, das Rätsel seiner Entstehung – spannender als jeder Schatz im Silbersee. Schon als Kind hätte ich so gern Löcher in Kieselsteine gebohrt und sie zu Ketten aufgefädelt.

Jahre später infizierte ich mich mit „unheilbarem Perlenfieber“. Da ich von Kieselsteinketten weiter nur träumen konnte, suchte ich nach ähnlich natürlichen, umweltschonenden Alternativen und fand zum Beispiel: Tagua-Kugeln, die den Regenwald schützen, Zylinder aus Horn, ein Klassiker unter den Naturmaterialien, oder auch recycelte Papier- und Glasperlen aus Afrika in hundert fröhlichen Farben – Upcycling, das gute Laune macht!

Von Berufs wegen hatte ich längst ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass viele Menschen im Globalen Norden fast alles haben und zu viele im Globalen Süden fast nichts. Was mir lange fehlte, war eine Idee, wie ich dazu beitragen konnte, dass sich das ändert – bis ich vom Fairen Handel hörte (englisch Fair Trade): der Startschuss für steinfarben.

Das Label steinfarben steht für öko-fairen Perlenschmuck mit Ecken, Kanten und Kontrasten, für einen unorthodoxen Materialmix, starke Farben und einen Hang zur Asymmetrie. Der Schmuck, mit dem ich handle, und die Perlen, die ich selbst zu Schmuck verarbeite, sind umweltschonend gewonnen, sozial verträglich produziert und/oder fair gehandelt – mein Beitrag zu „Mehr und mehr Fair“.

Übrigens: Fast alle Perlen sind handgefertigt, sitzen deshalb nicht immer stramm in Reih und Glied und drehen sich auch mal, wie sie wollen. Das Ergebnis? Nichts für graue Mäuse: lebendiger Schmuck, der aus der Reihe tanzt und was zu sagen hat; abseits des Mainstreams, selbstbewusst, auf den Punkt.